Erhöhte Leberwerte weisen im Blut auf eine große Anzahl an abgestorbenen Leberzellen hin. Das bedeutet, dass mehr Zellen der Leber sterben als erneuert werden. Das Zellwachstum ist nicht mehr im Gleichgewicht. Ohne Behandlung kommt es dann langfristig zu einer Schädigung des Organs und gegebenenfalls zu einer Leberzirrhose. Die Symptome sind dabei leider weniger deutlich als die zellulären Vorgänge. Neben ständiger Müdigkeit, Appetitmangel, Gewichtsverlust und einem Druckgefühl im oberen Bereich des Bauches kann es auch zu einer Gelbfärbung der Haut und der Augen kommen.
Entgegen der geläufigen Meinung, dass hohe Leberwerte auf zu starken Alkoholgenuss zurückzuführen sind, gibt es eine Vielzahl an möglichen Ursachen. Vor allem Virusinfektionen sind häufig Verursacher hoher Werte. Zu den Virusinfektionen, die sich über die Leberwerte bemerkbar machen, gehören die Hepatitis A, B und C. Die Übertragung der einzelnen Hepatitis-Typen ist dabei sehr unterschiedlich. Während Hepatitis A hauptsächlich durch verunreinigte Nahrungsmittel übertragen wird, wird Hepatitis B durch Körperflüssigkeiten wie Speichel, Sperma oder Blut übertragen. Hepatitis C wird hingegen meistens durch den direkten Kontakt mit infiziertem Blut übertragen. So unterschiedlich die Übertragungsarten sind, alle Formen der Hepatitis machen sich bei einer Blutuntersuchung und den Leberwerten bemerkbar und sollten schnell behandelt werden. Zudem können Stoffwechselkrankheiten wie ein Eisen- oder Kupferüberschuss sowie Autoimmunerkrankungen, die sich gegen die Leber wenden, Ursache für hohe Werte sein. Die Blutwerte von Patienten, die zu einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme gezwungen sind oder unter Übergewicht und Diabetes leiden, zeigen ebenfalls häufig eine Erhöhung der Leberwerte.
Es ist sehr wichtig, schnell die Ursachen zu erforschen, um die Leberwerte mittels der entsprechenden Therapie wieder auf ein gesundes Maß zu senken. Neben einer Ernährungsumstellung und dem Verzicht auf Alkohol und Rauchen kann auch die Einnahme von Medikamenten zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen. Werden hohe Werte nicht behandelt, führt das Zellsterben in der Leber zu Vernarbungen und zum Schrumpfen des Organs. Ein Wasserbauch, Hirnstörungen sowie Blutungen in Magen und Speiseröhre und letztendlich eine Leberzirrhose sind die Folgen.
Eine frühzeitige Erkennung der Erhöhung kann durch Routineuntersuchungen beim Hausarzt gewährleistet werden. Vor allem wenn man zu den Risikogruppen gehört oder man familiär bedingt zu Lebererkrankungen neigt, sollte man die Blutwerte regelmäßig überprüfen lassen. Die Früherkennung ermöglicht eine schnelle Behandlung und verbessert die Prognoseaussichten des Patienten.